Papst Pius II. Piccolomini (1458-1464) oder: das (Selbst-) Bild des Menschen in der Renaissance

Prof. Dr. Petra Schulte
Haupt- bzw. Oberseminar
Dienstag: 12–14
Raum: A 11
Präsenzveranstaltung

Im 15. Jahrhundert erhielten die (individuellen) Leistungen des Menschen sowie die präzise Erfassung der Welt eine neue Qualität und einen bis dahin unbekannten Stellenwert. Die Renaissance begann. Im Seminar machen wir uns zunächst mit zentralen Forschungstexten zu dieser vertraut. Entlang der brillant – zum Teil apologetisch, zum Teil polemisch – geschriebenen Autobiographie Pius‘ II. (1405-1464) tauchen wir dann in das 15. Jahrhundert ein und diskutieren den Blick des Humanisten und gelehrten Papstes auf sich und sein Umfeld. Thematisiert werden die Bedeutung humanistischer Bildung, der Umgang mit sozialen, ökonomischen und politischen Herausforderungen (im Kontext etwa der Papstwahl, der Herrschaftsausübung im Patrimonium Petri, der Organisation der römischen Kurie und des Ziels des Kreuzzugs) sowie die Wahrnehmung von Stadt und Land. In den letzten Sitzungen erarbeiten wir abschließend, inwiefern die Autobiographie Pius‘ II. als ein Zeugnis der Frührenaissance zu sehen ist und fragen uns, aus welchen Gründen sie in den folgenden Jahrhunderten purgiert und zensiert wurde.

 

Literatur

Alle im Seminar behandelten Texte stehen den Teilnehmer:innen des Seminars ab der ersten Sitzung als pdf-Datei in Stud.IP zur Verfügung. Als Einführung sei empfohlen: Volker Reinhardt, Pius II. Piccolomini. Der Papst, mit dem die Renaissance begann. Eine Biographie, München 2013.